Duftende Händelwurzmatten und einige Bienen

Betörender Duft, lieber Pflanzenfreund,

lag über der Heimat der Wohlriechenden Händelwurz, als wir am 19. Juni ihre Wohnstätte aufgesucht haben. Der mag den Scheckenfalter (Melitaea) angelockt haben, auch wenn er hier nicht die Händelwurz besucht. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen nahe der 30-Grad-Grenze hatte sich ihr aromatisches Vanille-Parfüm über die Trockenrasen bei Reichenbach i. T. gelegt und so waren die teilweise prächtigen Gruppen schon weithin zu riechen! Mal wächst sie dort auf weite Strecken alleine, dann wiederum mischen sich Mücken-Händelwurz und Pyramiden-Orchis in ihre Habitate. Apropos Pyramide – es ist schon erstaunlich, wie lange sich die Blütezeit der Pflanzen erstreckt. Am 28. Mai fanden Ralf und ich das erste Exemplar mit geöffneten Blüten – am 19. Juni gibt es immer noch Exemplare, die so knospig sind, dass sie schätzungsweise erst in einer Woche beginnen, ihre Infloreszens zu entfalten. Auch scheint es, dass die später blühenden Exemplare kräftiger gefärbt sind als ihre frühen Schwestern, ihr leuchtendes Magentarot fällt schon von weitem ins Auge.

Die Bienen-Ragwurz vom vergangenen Sonntag war leider nicht mehr zu finden. Ihr Plätzchen neben einem breiten und stark frequentierten Wanderweg durch die Heide ist ihr wohl schlecht bekommen. Schade, dass es immer noch Menschen gibt, denen Besitzanspruch und Trophäenwahn über Respekt vor unseren Mitgeschöpfen und Erhaltung der Natur gehen. Wir haben dann noch erfolglos ein weiteres O. apifera-Biotop besucht, bevor wir an unserer dritten Anlaufstelle doch noch fündig wurden. In einem Halbtrockenrasen bei Bad Überkingen fanden wir vier wunderschöne Exemplare in Hochblüte. Es scheint, das 2008 nicht unbedingt als üppiges Bienen-Jahr in die Orchideengeschichte eingehen wird. Fotos dieses Tages finden Sie wie immer auf den entsprechenden Seiten.

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