Archive for Juni 2009

Sumpfelfen im Sonnenuntergang

Juni 5, 2009

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Die traditionellen „Heidepfleger“, lieber Besucher,

waren in unserer Region seit langem Schafe und Ziegen; von letzteren, den Geißen, hat das „Goißa-Täle“, wie das Obere Filstal von den Einheimischen genannt wird, seinen Namen. Im Lauf der Jahrhunderte haben die Hirten mit ihren Herden die wertvollen Halbtrocken- und Trockenrasen geschaffen, die heute noch einer immensen Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Pilzen Heimstatt bieten. Mit dem Verschwinden von Wanderschäferei und Ziegenhaltung waren auch die „Wacholderheiden“ der Region zunehmend im Verschwinden begriffen, da diese im Zuge natürlicher Sukzession schon bald zu Wäldern werden. Der ehrenamtliche Einsatz verschiedener naturverbundener Vereine hat im Fils- und Lautertal glücklicherweise noch viele dieser Biotope vor dem Verschwinden bewahrt. In letzter Zeit werden die tierischen Pfleger wieder vermehrt eingesetzt, wie jene auf obigem Foto bei Deggingen. Sie waren in einem umzäunten Teil eines Halbtrockenrasens im Einsatz. Diese Fläche, die die letzten Jahre ziemlich verbuscht war, grenzt an einen Orchideen-Halbtrockenrasen, auf dem u. a. Wohlriechende Händelwurzen in Massen wachsen. Sie standen knospig oder ganz am Anfang ihrer Blütezeit; die Gatterung der Schafe garantierte, dass Gymnadenia und andere Pflanzen ungestört weiterblühen konnten, auf der anderen Seite sorgten die Schafe für eine schöne Erweiterung des Biotops und man darf auf die weitere Entwicklung dieses Areals gespannt sein.

Vor der Begegnung mit den Schafen stand eine solche ganz anderer Art an: Das Fleischfarbene Knabenkraut an der sumpfigen Quellstelle mitten im Halbtrockenrasen blühte mit fünf Exemplaren, nachdem ich im vergangenen Jahr nur eines Exemplars angesichtig wurde. Die Schönheiten standen in Vollblüte und die letzten Strahlen der Abendsonne verzauberten sie zusätzlich mit ihrem warmen weichen Licht. Vier von ihnen hatten sich neues Terrain erobert, Stellen, an denen ich noch nie welche gesehen hatte – sehr erfreulich das! Weiter auf dem Weg waren schöne Bestände der schon angesprochenen Wohlriechenden Händelwurz, meist kurz vor dem Aufblühen, in allen Farbvariationen zu sehen; auch ihre großen Schwestern begannen mit der Blüte. Die Pyramidenorchis zeigte sich größtenteils knospig, nur wenige Individuen hatten bereits erste Blüten geöffnet.

Die Bild-Ausbeute dieser kleinen Abend-Exkursion finden sie auf den entsprechenden Seiten.

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