Archive for März 2012

Närrische Frühblüher

März 26, 2012

Verehrter Besucher,

in der Blüte des Frühlings-Fingerkrauts lässt sich die Fliege von unserem Zentralgestirn bescheinen – die Wärme, die der Frühling inzwischen tagsüber hervorbringt, regt überall in der Region das Leben dazu an, aus seiner Winterruhe hervorzubrechen. Zur Zeit sind die Wacholderheiden an manchen Stellen von hunderten, ja tausenden blühenden Küchenschellen überzogen – ein unvergesslicher Anblick!

In den sonnenbeschienen Felsen am Albtrauf erwachen jetzt auch die Reptilien wie die Eidechse auf dem folgenden Bild zu neuem Leben und genießen die Frühlingswärme. Diese Felsen bilden atemberaubende Aussichtspunkte, wie der Blick vom Kahlenstein bei Bad Überkingen zeigt. Gut zu erkennen ist die abwechslungsreiche Gliederung der Kulturlandschaft in den Tälern der regiorchis: Wälder, Schafweiden, Streuobstwiesen und Grünland verschiedener Ausprägung, von Bächen durchzogen, an der Kante der Schwäbischen Alb von steilen Felsen gekrönt.

Dieser Reichtum an verschiedensten Biotopen bietet auch für das Kleine Knabenkraut (Anacamptis morio) glücklicherweise immer noch Lebensraum. Vor 14 Tagen waren die Rosetten auf der extensiven Mähwiese bei Reichenbach u. R. schon gut zu erkennen; inzwischen sind etliche angefärbte Knospenstände zu sehen und eine Pflanze hatte am 24. März 2012 tatsächlich bereits die unteren Blüten geöffnet. Damit hat der kleine Narr das Rennen um die erste geöffnete Orchideenblume heuer eindeutig für sich entschieden. Fotos der vorwitzigen Kleinen finden Sie bei Anacamptis morio – viel Spaß beim Anschauen.

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Vorfrühlingsgefühle

März 11, 2012

Geneigter Naturfreund,

der Frühling will wohl doch langsam in der Region Einzug halten. Nach den kalten Frostperioden der letzten Wochen strahlt der Huflattich (Tussilago farfara) mit der Sonne um die Wette, wenn sie denn scheint. In den Gärten haben sich mittlerweile Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse hervorgewagt, und auch einige Insekten sind schon unterwegs (entdecken Sie die Biene im blumigen Nest?).

Am 10. März stattete ich den Kleinen Knabenkräutern (Anacamptis morio) in ihrem Habitat bei Reichenbach u. R. einen Besuch ab. Betrachtet man beim Aufstieg ihre Bergwiese, die sich vor dem unbelaubten Wald noch in scheinbar leblosem Winter-Graubraun zeigt, mag man kaum glauben, dass in wenigen Wochen sich hier das pflanzliche und tierische Leben austobt. Und erst bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass selbiges schon eifrig in den Startlöchern steht und nur auf einige Wärmegrade mehr und längeren Sonnenschein wartet. Die Kleinen Narren haben den Winter sichtlich gut überstanden mit ihren eng an den Boden geschmiegten Blattrosetten; beim Blick in die Blatttüte mancher Individuen, aus der sich nun der Blütenstand schieben wird, sind bereits die zarten Knospen der Infloreszensen zu bewundern.

Wollen wir hoffen, dass sich General Winter milde zeigt und sich, falls überhaupt, in zahmer Art und Weise nochmals meldet – denn knackige Kahlfröste wären nicht nur für die Blüten der Kleinen ein Problem. Erfreuen Sie sich nichtsdestotrotz an den ersten vorfrühligshaften Orchideen-Impressionen 2012 aus der regiorchis in der Rubrik Anacamptis morio.