Dactylorhiza incarnata

Die Halbtrockenrasen-Form des Fleischfarbenen Knabenkrauts bei Mühlhausen i. T. ist am 2. Juli 2011 schon komplett verblüht und hat reichlich Frucht angesetzt.

Die folgenden Bilder vermitteln Ihnen einen Eindruck von einer ungewöhnlichen Population des Fleischfarbenen Knabenkrauts: Bei Mühlhausen i. T. wachsen die Pflanzen in einem Halbtrockenrasen und nicht wie gewöhnlich in einem Feuchtbiotop, wie z. B. in dem kleinen Quellsumpf bei Deggingen. Auch sind sie in allen Dimensionen kleiner als ihre „gewöhnlichen″ Schwestern und blühen in einem hellen Rosa.

Entdecken Sie die beiden knospigen Exemplare, die am Fuße eines Wacholder-Busches wachsen?

Ungewöhnliche Pflanzengesellschaft: Das Fleischfarbene Knabenkraut (linker Bildrand) und die Pyramidenorchis (rechts, Knospenstand).

Folgend einige „Bonsai-Incarnata″ im Portrait. Die Aufnahmen sind am 23. Juni 2010 entstanden.

Am 26. Juni 2010 sind die „normalen ” Fleischfarbenen Knabenkräuter im kleinen Quellsumpf bei Deggingen größtenteils verblüht. Nur eine Pflanze befindet sich noch in Hochblüte.

Sehr erfreulich: Unweit des mir seit langem bekannten Standortes wachsen noch weitere Incarnata am Rand einer Pferdekoppel. Herr Dr. Zelesny hat sie entdeckt und mich auf sie aufmerksam gemacht. Bleibt zu hoffen, dass sich die Schönheiten dort halten können, denn die Pferdehufe lassen ihnen nur einen sehr schmalen Streifen an einem kleinen Wasserlauf übrig.

Das Fleischfarbene Knabenkraut hat seinen Blütenstand noch zwischen seinen Blättern versteckt. Foto vom 19. Mai 2009 bei Deggingen. Hinter dem Blattaustrieb erkennt man den letztjährigen Fruchtsstand.

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Am 4. Juni 2009 bietet das Fleischfarbene Knabenkraut  im Biotop bei Deggingen einen erfreulichen Anblick! Fünf Exemplare sind in dem kleinen feuchten Flecken zu entdecken, auf dem „alten“ Platz steht wie letztes Jahr eines, vier weitere haben sich neues Terrain erobert. Die Abendsonne setzt die Schönheiten in ein geheimnisvolles Licht und legt zusätzlichen Zauber über die Orchideen.

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Das Fleischfarbene Knabenkraut ist eine Orchidee feuchter bis nasser, offener Standorte. Solche Biotope sind in der Region relativ selten. Der Standort bei Deggingen, an dem die Aufnahmen entstanden, ist ein Quellsumpf, der am Hang inmitten einer trockenen Wacholderheide liegt. Das Kuriose hieran ist, dass mit Epipactis palustris (Echte Sumpfwurz, sie dürfte in zwei Wochen am selben Standort blühen) und Dactylorhiza incarnata zwei Feuchtigkeit liebende Arten neben Ophrys insectifera, Orchis militaris und Gymnadenia conopsea (Große Händelwurz), also Arten trockener Standorte, in direkter Nachbarschaft gedeihen. Die Fotos sind am 28. Mai 2008 aufgenommen worden.

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